Schlaganfälle treffen Frauen besonders häufig – vor allem nach den Wechseljahren. Eine große Langzeitstudie zeigt, mit welcher Ernährungsform sich das Risiko senken lässt. Ein Schlaganfall zählt zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Vorbeugen lässt sich einem solchen Ereignis durch die Kontrolle von Risikofaktoren und einen gesunden Lebensstil. Dass die Ernährung dabei eine entscheidende Rolle spielt, berichten nun Forscher aus den USA . Ihre neue Studie, veröffentlicht im Fachjournal "Neurology Open Access", belegt einen klaren Zusammenhang zwischen mediterraner Ernährung und einem geringeren Schlaganfallrisiko bei Frauen. Große Langzeitstudie über mehr als 20 Jahre Für die Untersuchung wertete ein Forschungsteam Daten aus der "California Teachers Study" aus. An der Studie nahmen 105.614 Frauen teil, die zu Beginn zwischen 38 und 67 Jahre alt waren und noch keinen Schlaganfall erlitten hatten. Alle arbeiteten als Lehrerinnen oder Verwaltungsangestellte. Zu Studienbeginn beantworteten die Teilnehmerinnen ausführliche Fragebögen zu ihren Essgewohnheiten und Portionsgrößen im vergangenen Jahr. Die Forscher berechneten daraus, wie konsequent sich jede Frau an die mediterrane Ernährung hielt. Dafür nutzten sie ein Punktesystem von null bis neun. Studie: Intervallfasten könnte diese unheilbare Krankheit bessern Krebsforschung: Deutschland ist Schlusslicht in Europa Was die mediterrane Ernährung ausmacht Die Mittelmeerdiät setzt vor allem auf pflanzliche Lebensmittel und gesunde Fette. Sie empfiehlt viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch, Nüsse und Olivenöl. Fleisch und Milchprodukte spielen nur eine untergeordnete Rolle, Alkohol wird in moderaten Mengen konsumiert. Stark verarbeitete Lebensmittel und gesättigte Fette stehen kaum auf dem Speiseplan. Für einen hohen Punktwert erhielten die Frauen Pluspunkte für einen hohen Verzehr pflanzlicher Lebensmittel und Fisch sowie für wenig Fleisch und Milchprodukte. Ein höherer Wert bedeutete eine stärkere Orientierung an der mediterranen Ernährung. Deutlich weniger Schlaganfälle bei gesunder Ernährung Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 20 Jahren zeigten sich klare Unterschiede. Frauen, die sich besonders konsequent mediterran ernährten, erlitten insgesamt 18 Prozent seltener einen Schlaganfall als Frauen mit niedrigen Punktwerten. Das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall sank um 16 Prozent. Diese häufigste Schlaganfallform entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn verstopft und Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Besonders auffällig war der Effekt bei hämorrhagischen Schlaganfällen, die durch eine Hirnblutung entstehen. Hier lag das Risiko sogar um 25 Prozent niedriger. Warum die Ergebnisse Fachleute überraschen Lebensstilfaktoren beeinflussen vor allem das Risiko für ischämische Schlaganfälle. Dass auch hämorrhagische Schlaganfälle so deutlich seltener auftraten, bewerteten die Forscher als überraschend. Studienautorin Sophia Wang vom US-amerikanischen Forschungszentrum City of Hope betonte, dass dieser Zusammenhang bisher kaum untersucht wurde. Besonders relevant sind die Ergebnisse für Frauen nach der Menopause. In dieser Lebensphase steigt das Schlaganfallrisiko deutlich an. Gründe dafür sind unter anderem hormonelle Veränderungen sowie häufigere Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen. Grenzen der Studie Die Studie basiert auf Selbstauskünften zur Ernährung, die nie vollständig exakt sind. Zudem erfasste das Forschungsteam keine Veränderungen der Essgewohnheiten im Laufe der Jahre. Dennoch sehen Fachleute die Ergebnisse als wichtigen weiteren Beleg für den Nutzen einer überwiegend pflanzlichen Ernährung.