Eine Schilddrüsenüberfunktion kann vielfältige Symptome verursachen. Bei der Frau zeigt sie sich teils anders als beim Mann. Was Betroffene wissen sollten. Eine funktionierende Schilddrüse ist für einen gesunden Körperstoffwechsel unverzichtbar: Die von ihr gebildeten Hormone wirken stoffwechselsteigernd, sodass sie – je nach Bedarf – den Stoffwechsel ankurbeln oder drosseln kann, indem sie ihre Hormonproduktion erhöht oder senkt. Bei manchen Menschen bildet die Schilddrüse jedoch vorübergehend oder dauerhaft mehr Hormone als nötig. Die Folge einer solchen Schilddrüsenüberfunktion (fachsprachlich Hyperthyreose genannt) ist ein überaktiver Stoffwechsel, der sich durch die unterschiedlichsten Symptome äußern kann. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Denn hinter der Überfunktion steckt meist eine Störung des Immunsystems, die überwiegend bei der Frau vorkommt: die Basedow-Krankheit (Morbus Basedow). Bei Frauen in der Frühschwangerschaft kann auch eine Sonderform der Schilddrüsenüberfunktion entstehen. Auslöser ist das Schwangerschaftshormon HCG (humanes Choriongonadotropin), das bei der Frau in den ersten Schwangerschaftswochen in rasch ansteigender Konzentration im Blut nachweisbar ist und eine anregende Wirkung auf die Schilddrüse hat. Schilddrüsenüberfunktion: Viele Symptome sind bei Frau und Mann ähnlich Bei einem Überschuss an Schilddrüsenhormonen verbraucht der Körper aufgrund seines überaktiven Stoffwechsels mehr Energie. Für Betroffene heißt das: Ihr Grundumsatz steigt stark an, was auf Dauer zu einer Überbelastung von Körper und Psyche führt. Somit kann eine Schilddrüsenüberfunktion bei Frau und Mann zahlreiche körperliche und psychische Symptome auslösen. Dazu gehören: vermehrtes Schwitzen erhöhte Wärmeempfindlichkeit erhöhte Körpertemperatur unerklärliche Gewichtsabnahme ständiger Heißhunger vermehrter Haarausfall Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag und/oder Herzklopfen beziehungsweise Herzstolpern Engegefühl oder Schmerzen in der Herzgegend Bluthochdruck Gereiztheit, Nervosität, innere Unruhe Stimmungsschwankungen Schlafstörungen schnelle Ermüdbarkeit Muskelzittern, etwa zitternde Hände Bewegungsunruhe rasche körperliche Erschöpfung Muskelschmerzen , Muskelschwäche rege Verdauung, Durchfall häufiger Harndrang Auch Schluckbeschwerden und/oder ein Druck-, Kloß- oder Fremdkörpergefühl im Hals können bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Die Symptome sind dann bei Frau und Mann durch eine vergrößerte Schilddrüse bedingt. Häufig bereitet eine solche Struma (allgemeinsprachlich Kropf genannt) jedoch keine Beschwerden. Schilddrüsenüberfunktion: Diese Symptome kommen nur bei der Frau vor Bei Frauen kann schon ein leichtes Überangebot an Schilddrüsenhormonen zusätzlich zu den sonstigen Beschwerden den Menstruationszyklus durcheinanderbringen. Die Folge sind schwache, unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen. Verursacht eine Schilddrüsenüberfunktion derartige Symptome, ist die betroffene Frau eingeschränkt fruchtbar. Allgemein lässt sich allerdings schwer vorhersagen, ob eine Schilddrüsenüberfunktion überhaupt Symptome auslöst – und wenn ja, welche. Während die eine Frau nur wenig oder nichts von ihrem Überschuss an Schilddrüsenhormonen zu spüren bekommt, entwickelt die andere starke Beschwerden. Eher unüblich verläuft auch die durch das Schwangerschaftshormon HCG ausgelöste Schilddrüsenüberfunktion: Typische Symptome fehlen weitgehend. Manche Frau entwickelt dann jedoch ein übersteigertes Schwangerschaftserbrechen, bei dem sie sich mehrfach täglich übergeben muss und deutlich an Gewicht verliert. Meist bilden sich die Beschwerden von selbst zurück, da der HCG-Spiegel für gewöhnlich noch während des ersten oder zu Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels wieder absinkt. Schilddrüsenüberfunktion: Unbehandelt drohen der Frau schwere Symptome Mitunter heilt eine leichte Schilddrüsenüberfunktion von allein aus – vorhandene Symptome verschwinden dann ebenfalls. Eine Frau, die auf diese (geringe) Selbstheilungschance setzt, geht aber ein unnötiges Risiko ein: Ohne ausreichende Behandlung begünstigt die Schilddrüsenerkrankung schwere Komplikationen. Während der Schwangerschaft kann eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion etwa zu Früh- und Totgeburt führen. Dauert die Überversorgung mit Schilddrüsenhormonen länger an, kann sie zudem bei jeder Frau mit der Zeit zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Vorhofflimmern) oder zu Osteoporose führen. Überdies kann sich eine Schilddrüsenüberfunktion vor allem bei fehlender oder unzureichender Behandlung jederzeit plötzlich lebensbedrohlich verschlimmern. Der Fachbegriff für diese seltene Komplikation lautet thyreotoxische Krise. Typische Symptome hierfür sind: hohes Fieber Schweißausbrüche schneller Puls starkes Erbrechen schwerer Durchfall Muskelkrämpfe Muskelschwäche Unruhe Angstzustände In der Regel ist aber mit einer frühzeitigen und angemessenen Behandlung vermeidbar, dass eine Schilddrüsenüberfunktion derart schwerwiegend verläuft. Wenn eine Frau mögliche Symptome für eine überaktive Schilddrüse ärztlich abklären lässt und sich bei Bedarf einer entsprechenden Behandlung sowie regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterzieht, hat sie also eine gute Prognose.