In empfohlener Dosierung ist Paracetamol gut verträglich. Eine Überdosierung kann jedoch selbst bei Gesunden binnen kürzester Zeit lebensgefährlich werden. Paracetamol ist ein häufig gegen Schmerzen und Fieber eingesetzter Wirkstoff. Da entsprechende Mittel oft rezeptfrei erhältlich sind, mag ihre Einnahme relativ ungefährlich erscheinen. Wer zu viel davon schluckt, riskiert jedoch eine Vergiftung: Dann drohen schwere Leberschäden und im Extremfall ein lebensbedrohliches Leberversagen. Paracetamol bei Fieber: Wann das Mittel wirklich helfen kann Oft erste Warnsignale: Warum die Leberwerte so wichtig sind Alkoholkonsum: So wirkt er sich auf die Leberwerte aus Wie kommt es zu einer Überdosierung? Eine schwere Vergiftung durch eine einzige Überdosis Paracetamol entsteht für gewöhnlich absichtlich – etwa im Rahmen eines Suizidversuchs oder wenn sich Jugendliche gegenseitig über die sozialen Medien zum missbräuchlichen Konsum des Schmerzmittels animieren. Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe. Häufig geschieht die Überdosierung aber auch unbeabsichtigt. Ein typischer Grund hierfür ist, dass Paracetamol in zahlreichen Kombinationspräparaten gegen Erkältungsbeschwerden steckt: Wer sich dessen nicht bewusst ist und solche Präparate zusammen mit Paracetamol-Tabletten einnimmt, kann so die empfohlene Tageshöchstdosis schnell überschreiten. Daher ist es wichtig, immer die Packungsbeilage zu beachten, die empfohlenen Einzel- und Tagesdosen genau einzuhalten und paracetamolhaltige Präparate ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage einzunehmen. Wie viel Paracetamol ist zu viel? Bei Kindern richtet sich die Dosierung von Paracetamol nach Körpergewicht und Alter. Für Erwachsene mit gesunder Leber liegt die übliche Einzeldosis bei 500 bis 1.000 Milligramm und die Tageshöchstdosis bei 4.000 Milligramm. Gesundheitliche Probleme können bereits ab einer Dosierung von etwa 7.000 Milligramm täglich auftreten. 10 Gramm an einem Tag – also das 2,5-Fache der Tageshöchstdosis – können ohne Behandlung tödlich sein. Wie zeigt sich eine Vergiftung durch Paracetamol? Eine Vergiftung durch Paracetamol entwickelt sich meist schleichend. Manche Betroffene bleiben am ersten Tag völlig symptomfrei. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie zunächst eher unauffällig: Möglich sind etwa Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch. Am zweiten Tag der Vergiftung verbessern sich die Beschwerden mitunter wieder. Das ist aber kein Grund zur Entwarnung: Die Leber kann zu dem Zeitpunkt bereits dauerhaft geschädigt sein. Die Schäden nehmen in den folgenden Tagen zu und führen schließlich zum Leberversagen. Das kann unter anderem zu einer Gelbfärbung der Augen und der Haut (Gelbsucht) sowie zu Blutungen führen. Ohne Behandlung kann die Vergiftung tödlich enden. Was tun bei einer Überdosierung? Beim geringsten Verdacht auf eine Überdosierung ist sofort medizinische Hilfe nötig – selbst dann, wenn noch keine Beschwerden bestehen. Nur Ärztinnen und Ärzte können das Vergiftungsrisiko einschätzen (indem sie etwa in einer Blutprobe die Paracetamol-Konzentration und die Leberwerte bestimmen lassen) und wirksame Gegenmaßnahmen einleiten. Das wichtigste Gegenmittel ist Acetylcystein. Rechtzeitig eingesetzt, kann der Wirkstoff Leberschäden meist verhindern. Am wirksamsten ist die Behandlung, wenn sie innerhalb von etwa acht Stunden nach der Überdosierung beginnt. Aber auch später kann Acetylcystein noch einen schützenden Effekt haben. In der Regel erhalten Betroffene es als Infusion über eine Vene. Ist bereits ein schweres Leberversagen eingetreten, kann es für die Anwendung eines Gegenmittels schon zu spät sein. In solchen Fällen hilft mitunter nur noch eine Lebertransplantation .