Ernährung: Die MIND-Diät hält das Hirn länger jung

Eine gesunde Ernährung hat viele positive Effekte auf den Körper. Mit einer bestimmten Diät lässt sich sogar der altersbedingte Hirnschwund verlangsamen. Bei Menschen, die sich konsequent an die sogenannte MIND-Diät halten, schrumpft das Gehirn im Alter langsamer: Zu dem Ergebnis kommt eine kürzlich im "Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry" veröffentlichte Studie. Besonders deutlich zeigt sich der geringere Volumenverlust bei der grauen Substanz. Das ist der Hirnbereich, der eine entscheidende Rolle für das Gedächtnis, das Lernen und für Entscheidungen spielt. MIND-Diät: Mediterran und blutdrucksenkend Die MIND-Diät kombiniert die mediterrane Ernährung mit einer blutdrucksenkenden Kost. Sie sieht vor, bestimmte Lebensmittelgruppen regelmäßig zu verzehren: nämlich grünes Blattgemüse, anderes Gemüse, Beeren, Nüsse, Vollkornprodukte, Fisch, Hülsenfrüchte, Olivenöl und Geflügel. Der Konsum von Butter, Margarine, Käse, rotem Fleisch, Gebäck, Süßigkeiten und frittiertem Fast Food ist hingegen einzuschränken. Es ist bereits mehrfach gelungen, die MIND-Diät mit einem langsameren Abbau geistiger Fähigkeiten in Verbindung zu bringen. Die bisherigen Studien lieferten jedoch kaum Erkenntnisse darüber, wie diese Ernährungsweise langfristig mit Veränderungen der Gehirnstruktur zusammenhängt. Das sollte sich mit der neuen Studie ändern. Wichtig ab 45: Diese Ernährung schützt Ihre geistige Fitness Studie zeigt: Wer sich so ernährt, schwächt seine Knochen Gut fürs Herz: Diese Nuss kann das schlechte Cholesterin senken Ernährung und Hirnstruktur über zwölf Jahre im Fokus Dazu analysierte das Forschungsteam Daten von 1.647 Erwachsenen mittleren und höheren Alters. Diese hatten sich über einen Zeitraum von durchschnittlich gut zwölf Jahren regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen unterzogen (einschließlich mehrerer Hirn-MRTs) und mehrfach Ernährungsfragebögen ausgefüllt. Anhand dieser Angaben vergab das Team Punkte für die Einhaltung der MIND-Diät, wobei 15 für die bestmögliche Einhaltung steht. Hirnschwund nimmt unter der Diät messbar ab Die MRT-Aufnahmen ergaben: Bei denjenigen, die die MIND-Diät strenger befolgten, ging die graue Substanz im Laufe der Zeit langsamer zurück. Konkret führte jeder Anstieg der MIND-Diät-Punktzahl um drei zu einem um 20,1 Prozent schwächeren Hirnschwund. Das bedeutet, dass sich die Gehirnalterung während der zwölf Jahre um 2,5 Jahre verlangsamte. Auch ein anderes Zeichen der Hirnalterung verringerte sich bei strengerer Einhaltung der MIND-Diät: die Vergrößerung der Hirnventrikel. Diese mit Hirnwasser (Liquor) gefüllten Hohlräume im Gehirn nehmen typischerweise an Volumen zu, wenn das umliegende Gewebe schrumpft. Dass diese Zunahme unter der MIND-Diät langsamer wurde, ist ein weiterer Hinweis auf den schwächeren Hirnschwund. Hirnforschung: Beliebtes Hobby schützt vor geistigem Abbau Musik als Demenzvorsorge: Das sagt die Wissenschaft dazu Studie zeigt: Diese Krebsarten treten bei Vegetariern seltener auf Einzelne Lebensmittel scheinen besonders zu wirken Bestimmte Lebensmittel wie Beeren und Geflügel scheinen in besonderem Maße zu diesen positiven Effekten beizutragen. Wie erwartet, war ein stärkerer Verzehr von Süßigkeiten oder frittierten Fast-Food-Produkten hingegen mit einem schnelleren Abbau von Hirnsubstanz verbunden. Manche Ergebnisse der Studie sind auch überraschend: So ging ein höherer Konsum von Vollkornprodukten mit einem schnelleren Hirnschwund einher, während Käse eher mit einem langsameren Rückgang von Hirngewebe zusammenhing. MIND-Diät wirkt vielversprechend Laut den Studienergebnissen scheint die MIND-Diät eine vielversprechende Strategie zu sein, um die Gesundheit des Gehirns langfristig zu fördern und seine Alterung zu verzögern. Allerdings ist zu beachten, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt. Solche Studien können Zusammenhänge aufzeigen (wie in diesem Fall den zwischen der Ernährung und der Gehirnstruktur), aber keine Ursache-Folge-Wirkung beweisen. Daher betont das Forschungsteam, dass nun weitere hochwertige und langfristige Studien nötig sind: Diese sollen klären, wie stark der Einfluss der Ernährung auf die Hirngesundheit tatsächlich ist, und helfen, die Ernährungsempfehlungen weiterzuentwickeln und zu verfeinern.