Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenentzündung: Tipps und Empfehlungen

Wie gewohnt zu essen, ist bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oft zunächst nicht möglich. Welche Ernährung während und nach der Erkrankung geeignet ist. Wer an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) erkrankt, hat in der Regel mit heftigen Schmerzen im Oberbauch sowie mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. An Essen ist dann nicht zu denken – zumindest zu Beginn. Bauchspeicheldrüse: So lässt sie sich gesund halten Gerade wenn eine Bauchspeicheldrüsenentzündung schwer verläuft, können Erkrankte für einige Tage weder ausreichend trinken noch feste Nahrung zu sich nehmen. Gleichzeitig verliert der Körper große Mengen an Flüssigkeit, unter anderem weil infolge der Entzündung Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe austritt. Um den dadurch möglichen lebensbedrohlichen Folgen vorzubeugen, erhalten Betroffene im Krankenhaus Flüssigkeit und Elektrolyte über eine Infusion. Können Erkrankte nicht essen, erhalten sie möglichst früh flüssige Nahrung über eine Sonde in den Magen oder Dünndarm. Diese sogenannte enterale Ernährung gilt heute als Standard, wenn der Magen-Darm-Trakt funktioniert. Eine Ernährung über die Vene wird dagegen meist nur noch eingesetzt, wenn eine Ernährung über den Magen-Darm-Trakt nicht oder nicht in ausreichendem Maße möglich ist. Bei einem leichten Verlauf ist eine Ernährung über eine Sonde in der Regel nicht notwendig, weil viele Betroffene innerhalb der ersten ein bis zwei Tage wieder selbst essen und trinken können. Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung – welche Ernährung danach? Sobald die Beschwerden es zulassen, spricht meist nichts dagegen, wieder schrittweise mit dem Essen zu beginnen. Aktuelle Leitlinien empfehlen, möglichst früh wieder zu essen, sofern die Nahrung gut vertragen wird. Vielen Betroffenen bekommt leicht verdauliche Kost zunächst besser. Früher wurde nach einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung grundsätzlich zu einer fettarmen Ernährung geraten. Heute zeigen Studien, dass dies bei einem leichten Verlauf für gewöhnlich nicht erforderlich ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Lebensmittel gut vertragen werden. Geeignet sind beispielsweise: Backwaren wie Weißbrot und Zwieback Kartoffeln, Reis, Nudeln Gemüsebrühe und gegartes (nicht blähendes) Gemüse säurearmes Obst (etwa Birnen, Äpfel, Beeren) Wer diese Lebensmittel gut verträgt, kann den Speiseplan nach und nach erweitern. Dazu eignen sich unter anderem: Milchprodukte mit einem niedrigen Fettanteil mageres Fleisch wie Geflügelbrust sowie Rinder- oder Lammsteak fettarmer Fisch wie Kabeljau, Scholle, Barsch, Alaska-Seelachs Eier Auch Lebensmittel mit einem höheren Fettgehalt dürfen nach und nach wieder auf den Speiseplan zurückkehren, sofern Betroffene diese gut vertragen. Nach einer leichten akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung generell auf Fett zu verzichten, erachten Fachleute heute nicht mehr als sinnvoll. Sehr üppige oder besonders fettreiche Mahlzeiten können anfangs jedoch Beschwerden verursachen und sind deshalb zunächst zu meiden. Ist die Erkrankung abgeklungen, gelten für die Ernährung grundsätzlich keine speziellen Einschränkungen mehr. Welche Ernährung langfristig empfehlenswert ist, hängt jedoch auch von der Ursache der Bauchspeicheldrüsenentzündung und den individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen ab. War beispielsweise übermäßiger Alkoholkonsum die Ursache, sollte dauerhaft auf Alkohol verzichtet werden. Das senkt das Risiko für eine erneute Bauchspeicheldrüsenentzündung und kann den weiteren Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Auch wenn Gallensteine der Auslöser waren, kann eine Ernährungsumstellung sinnvoll sein – insbesondere dann, wenn Übergewicht oder andere Risikofaktoren für Gallensteine vorliegen. Eine ausgewogene Kost und ein normales Körpergewicht können dazu beitragen, das Risiko weiterer Gallensteine zu verringern. Ernährung bei chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung Eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung flammt schubweise immer wieder auf und hinterlässt Schäden und Narben im Gewebe der Bauchspeicheldrüse . Dadurch kann das Organ mit der Zeit nicht mehr genügend Verdauungsenzyme bilden. Die Folge: Der Körper kann Nährstoffe – vor allem Fette – nicht mehr richtig verdauen und aufnehmen. Dadurch können Durchfälle, fettglänzende oder übel riechende Stühle (Fettstuhl), Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen auftreten. Durchfall nach dem Essen: Ist es die Bauchspeicheldrüse? Um dem entgegenzuwirken, müssen viele Patientinnen und Patienten die fehlenden Verdauungsenzyme in Form von Kapseln zu den Mahlzeiten einnehmen. Diese Ersatztherapie mit Pankreasenzymen hilft dabei, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate besser zu verdauen und Beschwerden zu lindern. Zudem erhalten viele Erkrankte eine professionelle Ernährungsberatung. Denn bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung reicht es meist nicht aus, sich allein an den allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung zu orientieren. Ziel ist es vor allem, einer Mangelernährung vorzubeugen und den Körper ausreichend mit Energie und Nährstoffen zu versorgen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann dabei helfen, einen Speiseplan zusammenzustellen, der sich nach individuellen Vorlieben richtet und gleichzeitig dazu beiträgt, Mangelerscheinungen vorzubeugen. Durch die eingeschränkte Verdauung kann der Körper Nährstoffe schlechter aufnehmen. Dadurch steigt das Risiko für Mangelerscheinungen, insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K. Deshalb sollten der Ernährungszustand und die Vitaminversorgung regelmäßig ärztlich kontrolliert und Mängel bei Bedarf gezielt behandelt werden. Zu einer grundsätzlich fettarmen Kost raten Fachleute heute nicht mehr. Mit einer hinreichend dosierten Enzymtherapie vertragen viele Betroffene auch normale Mengen an Fett gut. Entscheidend ist eine ausgewogene Ernährung, die den individuellen Energie- und Nährstoffbedarf deckt. Unabhängig davon gilt für alle Betroffenen: Sie sollten konsequent auf Alkohol verzichten. Alkohol erhöht das Risiko für weitere Entzündungsschübe und kann das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen. Auch Rauchen wirkt sich ungünstig auf den Krankheitsverlauf aus und sollte möglichst beendet werden. Fazit Wie die Ernährung bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) aussehen sollte, hängt von der Verlaufsform ab. Bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung können die meisten Betroffenen wieder essen, sobald die Beschwerden nachlassen und sie die Nahrung gut vertragen. Eine spezielle Schonkost oder grundsätzlich fettarme Ernährung ist bei einem leichten Verlauf nach heutigem Wissensstand meist nicht erforderlich. Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung soll die Ernährung dazu beitragen, einer Mangelernährung vorzubeugen und den Körper ausreichend mit Energie und Nährstoffen zu versorgen. Häufig ist zusätzlich die Einnahme von Verdauungsenzymen erforderlich, damit die Nahrung besser verdaut werden kann. Da die Ernährung individuell angepasst werden muss, raten Ärztinnen und Ärzte in der Regel zu einer professionellen Ernährungsberatung.